HQHRH Encyclopedia
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| ID | Title | Short Description | Detailed Content | Category | Source URL | |
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| 20 | Reparieren | Ein Objekt wieder so herzurichten, das es den gewollten Zweck wieder erfüllt. | Ein Objekt wieder so herzurichten, das es den gewollten Zweck wieder erfüllt. | Philosophie | Eigene Gedanken | |
| 19 | Sinnfreiheit | Ein Gefühl oder eine Tätigkeit ohne bestimmte Absicht, Richtung oder Ziel. | https://chat.mistral.ai/chat/7b920035-9d41-41b5-831d-bdc066fd466d: Sinnfreiheit bezeichnet den Zustand oder die Haltung, in dem das menschliche Streben nach Sinn, Bedeutung oder transzendenten Werten bewusst als nicht zwingend, nicht absolut oder sogar als Illusion erkannt wird. Es ist die Einsicht, dass das Universum, die Existenz oder das Leben an sich keinen vorgegebenen, objektiven Sinn besitzen – und dass diese Erkenntnis nicht zu Verzweiflung, sondern zu einer radikalen Freiheit führen kann. | Philosophie | Eigene Gedanken | |
| 18 | Leidensfähigkeit | Innere Kraft, Leiden bewusst anzunehmen und seelisch zu verarbeiten. | Leidensfähigkeit ist eine physische Fähigkeit eines Subjekts durch durchaus sehr verschiedene Erfahrungen in der persönlichen Entwicklung den Willen zum Weiterexistieren bis zum unvermeidlichen Ende aufrecht zu erhalten. | Philosophie | Eigene Gedanken | |
| 17 | Gelassenheit | Gelassenheit ist die Fähigkeit eines Subjekts - angemessen auf Situationen zu reagieren - sich nicht zu sehr durch unanagenehme Reize aus der Ruhe bringen zu lassen also kurz gefasst: Das Leiden am Leben zu akzeptieren | Das Leiden am Leben zu akzeptieren | Philosophie | Eigene Gedanken | |
| 16 | Rache | Rache (zugehöriges Verb rächen) ist eine Handlung, die den Ausgleich von zuvor angeblich oder tatsächlich erlittenem Unrecht bewirken soll. Von ihrer Intention her ist sie eine Zufügung von Schaden an einer oder mehreren Personen, die das Unrecht begangen haben sollen. Oft handelt es sich bei Rache um eine physische oder psychische Gewalttat. Vom Verbrechen wird sie im archaischen Recht durch die Rechtmäßigkeit unterschieden. | Überblick Rache (althochdeutsch râhha, altsächsisch wrâka, angelsächsisch wraec, isländisch ræki, „treiben, jagen, verfolgen; vergelten, bestrafen, rächen“)[1] ist, außer in nordischen Quellen, kein wohldefinierter Rechtsbegriff. Er wird daher von römisch-rechtlich orientierten Rechtshistorikern gemieden.[2] Die griechische Rechtsgeschichte bezeugt hingegen einen rechtsförmigen Rachebegriff.[3] Die politischen Entscheidungen und Gewalthandlungen von Figuren wie Menelaos, Odysseus oder Orestes bezeugen weniger eine archaische Gewaltbereitschaft, als einen Zwang zur Rache durch das Recht selbst[4] – mit festen juristischen Regeln und Vorgaben für das richtige „Rachemaß“ (in Analogie zum heutigen Strafmaß).[5] In der deutschen Rechtsgeschichte wird der Begriff meist im Zusammenhang mit der Fehde gebraucht. Es ist ein alter gemeingermanischer Rechtsbegriff, der das „Setzen außerhalb des Landrechts, und die Austreibung aus dem Lande infolge eines Angriffs auf den Landfrieden bezeichnete“. Es war die mildere, weil nicht entehrende Strafe, im Gegensatz zur Verurteilung zur vogelfreien Existenz (Ächtung).[6] In manchen Gesellschaften traf den zur Rache Verpflichteten ein Fluch, wenn er die Rache nicht vollzog.[7] Im gegenwärtigen deutschsprachigen Raum wird Rache als ein emotional gesteuerter Akt angesehen, der der Rechtsordnung widerspricht, wenn er das Gewaltmonopol des Staates verneint. In der archaischen Gesellschaft war die Rache dagegen ein Mittel zur Durchsetzung des Rechts und zur Wiederherstellung des sozialen Friedens. Rache verstieß nicht gegen die Rechtsordnung, sondern das Recht war auf den Rächenden teilweise angewiesen, um überhaupt strafen zu können. Rechtsgeschichte Vorchristliche Zeit Für den Ursprung gibt es zwei Thesen: Die eine besagt, dass ursprünglich nur die Rache geherrscht habe und der Einzelne oder Gemeinschaften (Sippen) sich ihr Recht selbst genommen hätten. Später habe der Staat diese Selbstjustiz eingeschränkt. Die andere These besagt, dass die Rache als in der Gesellschaft anerkanntes Mittel der Rechtswahrung die Rechtsgemeinschaft bereits voraussetzt.[8] Ein gesellschaftlicher Zustand, in dem es an einem allgemeinen Rechtsempfinden völlig gefehlt habe, ist historisch nicht festzustellen. Schon dass die Rache eine Verletzung voraussetzt, deren Unrecht auch vom verletzenden Täter grundsätzlich empfunden wird (wenn auch nicht notwendig in Bezug auf die verletzte Person), setzt ein rudimentäres übergreifendes Rechtsempfinden voraus. In der archaischen Gesellschaft entspricht dem Recht auf Rache auf der Gegenseite der Verlust jeglichen Rechtsschutzes. Dieser Verlust tritt automatisch mit der Missetat ein, die die Rache nach sich zieht. Eines irgendwie gearteten Urteilsspruches bedarf es nicht. Das Problem bestand alsbald darin, dass der Rächende seine Berechtigung zur Rache und deren Umfang selbst feststellte. Dies führte zu einer fortschreitenden Reglementierung. Antike In der frühgriechischen Antike beschreibt Rache keinen Grundtrieb zur Gewalt, sondern einen Zwang zur Umsetzung von Gesetzen.[9] Die Existenz der Blutrache ist für die Zeit der Abfassung der homerischen Epen nicht belegbar.[10] Erst mit dem drakontischen Recht wird das Blutrecht überhaupt erst in Athen eingeführt.[11] Davor war es gängige Praxis, Rache- und Gewaltrechte vom jeweiligen Inhaber durch Lösegaben, Waren oder Gold loszukaufen. Residuen überwintern im Versuch, den Groll Achilles’ durch kostbare Stuten und Frauen zu besänftigen. Der Handel mit Racherechten wird offenbar durch den Einfluss von Rechtsgelehrten aus Delphi in Griechenland stark eingeschränkt.[12] Dabei lassen sich interessante Züge zur Gewaltverpflichtung und zu regelrechten Handelsverboten mit Racherechten aufzeigen. In der Rechtsentwicklung verpflichtet das griechische Recht zunächst zur Gewalt, statt sie – wie gemeinhin angenommen – zu domestizieren. Zuvor konnte mit materiellen Werten entschädigt werden. Die griechisch-römische Antike betrachtet die Rache als einen Akt der Gegenseitigkeit (Erwiderungsmoral).[13] Tue Gutes denen, die dir Gutes tun, schade denen, die dir schaden.[14] Es gab die heilige Pflicht zur Rache für bestimmte Personengruppen, die dem Geschädigten besonders nahestanden, etwa durch Verwandtschaft, Freundschaft oder Gastfreundschaft. Die Pflicht zur Rache war erblich.[15] Oft wurden Kinder ausdrücklich nur gezeugt, um die Rache des Vaters weiterzubetreiben, was auch die Kinder zu Opfern der Rache machen konnte. „Ein Narr ist der, der den Vater tötet und die Söhne davonkommen lässt.“[16] Sie löste in der Regel auch eine Gegenrache aus, so dass ihr eine Dauer über Generationen innewohnte. Der aktiven Solidarität der zur Rache Verpflichteten entsprach die passive Solidarität der Familie des Missetäters. Nur wenn der Schuldige sich von seinem Verband trennte, konnte er diesem die Rache ersparen.[15] Nicht der Schaden selbst, sondern der Verlust der Ehre war treibendes Motiv. Die Rechtsverletzung war auch eine Kränkung, die den Zorn, den furor, die ira erzeugte. Die Ehre sollte durch die Rachehandlung wiederhergestellt werden, was für die soziale Stellung wichtig war. In der griechischen Antike ist auch eine Tendenz zur überschießenden Rache zu bemerken.[13] Die erste schriftliche Regelung und Eindämmung bewirkte 621 v. Chr. Drakon von Athen. Inwiefern Drakon aber möglicherweise eine Racheverschärfung gegenüber dem Rechtszustand in den Epen darstellt, ist umstritten.[17] Mit zunehmender Verschriftlichung des Rechts seit dem 7. Jahrhundert v. Chr. wurde die Rache zunehmend reglementiert, so in der Bezeichnung der zur Rache verpflichteten Gruppen.[18] Im Weiteren wurde der Strafprozess ein Mittel zur Reglementierung der Rache, löste sie aber keineswegs ab. So konnte man sich im römischen Quästionenprozess auf dem Forum rächen.[19] Noch Augustus bezeichnete seinen Sieg über die Cäsarmörder Cassius und Brutus als Rache für Cäsar.[20] Er weihte dem Mars Ultor (Mars der Rächer) einen Tempel.[21] Erst durch die Zentralisierung der Macht in der Prinzipatszeit wurde die Rache entscheidend zurückgedrängt. Eine besondere Form der Rache war hauptsächlich in der frühen Antike das Rachegebet.[22] Tote konnten sich auch selber rächen. Der Athlet Theagenes von Thasos rächte sich nach seinem Tode an einem Beleidiger dadurch, dass er ihn unter seiner ehernen Bildsäule zermalmte.[23] Germanischer Kulturkreis Das Talionsprinzip war auch dem germanischen Recht noch völlig unbekannt, indem es bei Ausstoßung eines Missetäters aus dem Rechtsverband keinerlei Einfluss auf das Verhalten des Rächenden mehr nahm. Erst in der Jónsbók wird der Racheüberschuss mit halber Buße geahndet. Diese Bestimmung war dem Landslov Norwegens entnommen, wo die Rechtsentwicklung bereits weiter gediehen war.[24] Die erste Regelung bestand darin, dass die Rache nicht durch verheimlichte Tat geschehen durfte. Vielmehr hatte der Rächende seine Rachetat unverzüglich öffentlich bekannt zu machen. Andernfalls handelte es sich um Mord. Damit war gewährleistet, dass die Rechtmäßigkeit der Rache nachträglich festgestellt werden konnte. Dafür sah das altnordische, vorchristliche Recht zwei Wege vor: Der Rächer konnte es auf eine Totschlagsklage seitens der Verwandten des Erschlagenen ankommen lassen und die Berechtigung zur Rache als Einrede geltend machen oder er konnte auch selbst die „Klage gegen den toten Mann“ erheben, die auch im Sachsenspiegel vorgesehen ist.[25] Diese Klage nannte man „Unheiligkeitsklage“. Mit ihr ließ man feststellen, dass der Getötete seine „Mannheiligkeit“ verloren hatte.[26] Man spricht daher in diesem Fall davon, dass „die Rache gewissermaßen eine Vollstreckung vor dem Urteil“ war.[27] Diese Möglichkeit der nachträglichen Prüfung des Racherechtes bürdete dem Rächenden das Risiko auf, dass sein Racherecht nachträglich nicht anerkannt wurde. Die Befugnis zur Rache war auch auf bestimmte Handlungen beschränkt: Dazu gehörten Totschlag, Ehebruch, wobei der Nebenbuhler der Rache anheimfiel, sowie Beleidigungen beispielsweise in Form der Sodomie. In einigen Gesetzeswerken findet sich auch der Tatbestand des Diebstahls auf frischer Tat.[28] Zur Rache berufen war zunächst der Geschädigte selbst und beim Totschlag sein rechtmäßiger Bluträcher. Nach dem Gulathingslov hatte ein Mann bei Sexualverbrechen Rache zu üben für die Ehefrau, die Mutter, die Tochter, die Schwester, die Stiefmutter, die Schwägerin und die Schwiegertochter, nach anderen Gesetzen teils auch für weitere Personen. Bei Plünderungen im eigenen Land war jeder zur Rache berechtigt. Das Recht zur Rache wurde auch zeitlich beschränkt: Sie durfte auf Island rechtmäßig nur bis zum nächsten Althing geübt werden.[29] Es gab auch die Vorstellung, dass der Getötete selbst die Möglichkeit der Rache hatte, und man fürchtete ihn als Wiedergänger und Werwolf. Das Bestreben zur Zähmung der Rache führte auch zur Alternative einer Bußleistung durch Wergeld.[30] Jüdisch-christlicher Kulturkreis Im Alten Testament wird die Rache in zweierlei Richtung behandelt: zum einen im Lamechlied, wo Lamech seinen Frauen gegenüber prahlt, jede Verletzung siebenundsiebzigfach (= unmäßig) zu rächen (1 Mos 4,24 EU). Der historische Hintergrund ist umstritten. Für die eigenen Volksgenossen galt dagegen: Du sollst nicht Rache üben, noch Groll behalten gegen die Kinder deines Volkes, sondern du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst! Denn ich bin der Herr (Lev 19,18 EU). Die Kanonisierung dieser Regeln und die Vereidigung des ganzen Volkes Israel darauf erfolgte nach 458 v. Chr. durch Esra. Gott wird im Alten Testament als Rächer zugelassen: „Der Herr ist ein eifriger Gott und ein Rächer, ja, ein Rächer ist der Herr und zornig …“.[31] Im Christentum wird die Ausübung der Rache untersagt, zum Beispiel Mt 18,22 EU. Gleichwohl hatte die frühe Kirche mit Christen, Priestern und sogar Bischöfen zu kämpfen, die die Waffe des Exkommunikationsfluches aus persönlicher Rache verwendeten.[32] Als Rache wurde im Mittelalter das Vorgehen gegen einen Übeltäter besonders durch den höchsten göttlichen Richter angesehen. Dies kommt in den Übersetzungen aus dem Alten Testament zum Ausdruck, wo von göttlichen Strafgerichten die Rede ist.[6] Dann wurde auch das strafende Vorgehen von Menschen mit göttlicher Billigung als Rache bezeichnet. Es ist von der „Rache der Gesetze“ die Rede.[33] Verzicht auf Rache gilt als Tugend von Hochgestellten (als „Großmut“), auch als christliche Tugend (Langmut, Barmherzigkeit). Friedrich Nietzsche hat „Vergeltung“ als natürliche Antwort des Menschen auf Gutes wie Böses gedeutet. So ist tätige Dankbarkeit für ihn „die gute Rache“ (Morgenröte 138). Bleibt diese Antwort aus, so entwickelt sich das Ressentiment. Sozialpsychologische und soziologische Aspekte Das ungerächte Leid setzt den Verletzten in der sozialen Wertschätzung herab. Daher kam und kommt es vor, dass Personen zur Rache gedrängt werden, die von sich aus dazu nicht motiviert sind. Soziologisch bzw. sozialanthropologisch gefasst dient die Rache der Wiederherstellung verletzter Ehre, wenn diese anders nicht Genugtuung findet. Man kann sie als „negative Gabe“ auffassen, die auf eine „negative Gabe“ antwortet (vgl. Tausch (Soziologie)) – insofern besteht eine strukturelle Ähnlichkeit der „Rache“ zur „Dankbarkeit“.[34] Beide haben gemeinsam, dass sie von selbst mit der „gebenden Tat“ ausgelöst werden. Es bedarf keines irgendwie gearteten vorangehenden Rechtsaktes. Beide sind je nach Kulturkreis aber an bestimmte Regeln gebunden. Manche sprechen der Rache eine „altruistische Logik“ zu, da das Wissen um eine mögliche Rache Regelbrüche verhindern könne.[35] Formen der Rache sind bei fehlendem gesellschaftlichen Gewaltmonopol verbreitet. Sie ist eine soziale Institution in Gemeinschaften bzw. segmentären Gesellschaften, in denen Kränkungen innerhalb von Untergruppierungen (Segmenten) offiziell nicht vorkommen dürfen und nicht anders behoben werden können. In diesem Rahmen ist „blinde Rache“ gerade unüblich: Mögliche Rächer und Opfer sind relativ fest durch die Sitte geregelt. Psychologischer Aspekt Psychologisch gesehen wird die Rache heute nicht mehr als objektiv erforderliche Handlung zur Wiederherstellung einer Ordnung, sondern als bewertungsabhängige Emotion verstanden (je nach emotionstheoretischem Standpunkt schließt die Emotion Rachehandlungen bereits mit in den „Emotions“-Begriff ein oder die Emotion wird als zu solchen Rachehandlungen disponierend angesehen), deren Qualität und Intensität davon abhängt, ob einem Schädiger Verantwortlichkeit und Absicht unterstellt werden. Der „Rachgier“ – dem Wunsch nach Rache, wenn unstillbar: der „Rachsucht“ – liegen neben sozialen Konstellationen personenbezogene, ggf. tiefenpsychologisch erschließbare Bedingungen und Motive zu Grunde. Heutiges deutsches Recht Rache kann nach deutschem Recht ein Mordmerkmal nach § 211 Abs. 2 StGB in Form eines niedrigen Beweggrundes darstellen, falls die Rache ihrerseits auf niedrigen Motiven beruht.[36] Wer einen Menschen aus niedrigen Beweggründen heraus tötet, ist wegen Mordes – und nicht nur wegen Totschlags – zu bestrafen. Ihm droht lebenslange Freiheitsstrafe. In der Rechtsprechung wurde beispielsweise eine Tötung aus Rache für eine wahrheitsgemäße Belastung wegen einer Straftat als Mord angesehen.[37] Rache ist nicht deckungsgleich mit dem strafrechtlichen Begriff der „Vergeltung“, da Vergeltung einen deutlicheren Gerechtigkeitsbezug, d. h. eine Ausgleichsfunktion für erlittene Ungerechtigkeit hat.[38] Neuzeitlicher Sprachgebrauch Heute beinhaltet der Begriff Rache eine „leidenschaftliche und unedle Bewegtheit bei der Verfolgung eines Unrechts“.[33] „Rache, zum Beispiel, ist unstreitig ein unedler und selbst niedriger Affekt“ – Friedrich Schiller: Historisch–kritische Ausgabe, Band 10, S. 176.[39] Neben dem Verb rächen wird auch „Rache an jemandem nehmen“ oder „… üben“ verwendet. Auch die Ausdrücke „Rache brüten“ oder „auf Rache sinnen“, „nach Rache dürsten“, „Rache fordern“, „Rache schwören“, „heiße Rache“, „Rachestrahl“, die „Rache kommt über jemanden“ sind übliche Wortkombinationen. Das Wort kommt auch in ironischen Wendungen vor: „Seine Rache bestand in Wolthaten, die er den Kindern seines Feindes zuwendete“.[40] Als „brennet Raach“ wurde auch die Krankheit Ergotismus bezeichnet.[41] Es gibt nun auch Redewendungen, die völlig von einem vorangegangenen Unrecht absehen: „Es rächt“ sich nun, eine Vorkehrung nicht getroffen zu haben. Rache in der Dichtung Die Rache – oder der großmütige Verzicht auf sie – ist eins der häufigsten Motive dramatischer und epischer Literatur: Der erzürnte Achilleus greift in Homers Ilias erst wieder in den Kampf um Troja ein, als er seinen gefallenen Freund Patroklos rächen muss. Aias der Telamonier will sich dafür rächen, dass Odysseus und nicht er die Waffen des Achilleus bekommen hat; mit Wahnsinn geschlagen, wütet er unter einer Schafherde. Gestaltet von Sophokles in seinem Aias. Medea rächt sich in der gleichnamigen Tragödie des Euripides für die Untreue Iasons, indem sie dessen Braut und deren Vater verbrennt und die gemeinsamen Söhne tötet. Eine der grausigsten Rachen schildert die Sage von Wieland dem Schmied. Im Nibelungenlied nimmt Kriemhild Rache für die Ermordung ihres Gatten Siegfried. Das Lied von Kudrun versucht das Racheprinzip durch zahlreiche von der Titelfigur vermittelte Hochzeiten zwischen bisher Verfeindeten zu überwinden (vgl. Exogamie). Amletus begeht in der von Saxo Grammaticus überlieferten altdänischen Sage einen Massenmord, um seinen Vater zu rächen. In William Shakespeares darauf beruhendem Drama Hamlet kann sich die Titelfigur, von Zweifeln zernagt, nur zögernd zur Rache am Mörder des Vaters aufraffen. Die Rachetragödie, beruhend vor allem auf Thomas Kyds Spanish Tragedy, wird zu einem Genre des elisabethanischen Theaters. In den genuinen Rachedramen Der Freygeist und Brutus von Joachim Wilhelm von Brawe schmieden die Rächer über Jahre hinweg lustvoll an äußerst komplexen Racheplänen. In Kleists Novelle Michael Kohlhaas setzt der Titelheld, dem gesunde Pferde abgemagert und elend zurückgegeben wurden, dafür ein ganzes Land in Brand. Joukahainen rächt sich an Väinämöinen, Gemälde von Akseli Gallen-Kallela (1897) Im finnischen Kalewala rächt sich nach einem verlorenen Wettstreit der Sänger Joukahainen an dem Zauberer und Sänger Väinämöinen, indem er ihm bei dessen Ritt durch die Luft übers Nordmeer das Pferd unterm Sattel erschoss. In der Tragödie Herzog Theodor von Gothland von Christian Dietrich Grabbe nimmt die Titelfigur Rache für die vorgetäuschte Ermordung ihres Bruders. In dem Roman Der Graf von Monte Christo von Alexandre Dumas rächt sich Dantès am Ende doch nicht für das erlittene Unrecht und jahrelange Kerkerhaft. Nach einem unerbittlichen Rachefeldzug endet der Roman in einer versöhnlichen und nachdenklichen Stimmung. Ein Meister der makabren Rache-Erzählung ist Edgar Allan Poe, zum Beispiel in den Kurzgeschichten Das Fass Amontillado und Hopp-Frosch. In der Ballade Die Füße im Feuer von Conrad Ferdinand Meyer verzichtet ein Hugenotte aus Glaubensgründen auf die Rache am Mörder seiner Frau. Eine über jeden Anlass hinaus wahnwitzige Suche nach Rache schildert Leo Perutz in seinem Roman Wohin rollst Du, Äpfelchen von 1928. In Der Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt rächt sich die Titelfigur für eine 40 Jahre zuvor erlittene Demütigung. Gottes Mühlen mahlen langsam. Dieses Sprichwort ist der Anfang des Sinngedichtes Göttliche Rache von Friedrich von Logau und besagt, dass jeder für sein Unrecht früher oder später die gerechte Strafe erhält. Siehe auch Auge für Auge Talion Selbstjustiz Blutrache Lynchjustiz Ehrenmord Nemesis Vergebung Wergeld Tit for Tat Todesstrafe Fluch Wiktionary: Rache – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen Wiktionary: rächen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen Wikiquote: Rache – Zitate Commons: Revenge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien Fachliteratur Heinrich Beck: Art. Rache. In: Reallexikon der Germanischen Altertumskunde. Bd. 24. Berlin u. a. 2003. S. 45–47. Fabian Bernhardt: Rache. Über einen blinden Fleck der Moderne. Berlin: Matthes & Seitz 2021. Jean Gaudemet: Art. Familie I (Familienrecht). In: Reallexikon für Antike und Christentum. Bd. 7. Stuttgart 1969, Sp. 286–358. Hans-Joachim Gehrke: Die Griechen und die Rache. Ein Versuch in historischer Psychologie. In: Saeculum. Nr. 38, 1987, S. 121–149. Hans-Joachim Gehrke: Rache. In: Der Neue Pauly. Band 10, Metzler, Stuttgart/Weimar 2001, Sp. 745–747. Isak Karl: Die Rachegesellschaft. Der Rachediskurs in den Printmedien. Ein Beitrag zur Logistik der Medien Vision und Mission, Maria Saal 2003; ISBN 978-3-902412-01-0. Ekkehard Kaufmann: Artikel Rache. In: Handwörterbuch zur deutschen Rechtsgeschichte. Bd. 4. Berlin 1990, Sp. 126–127. Konrad Maurer: Altisländisches Strafrecht und Gerichtswesen. Neudruck Osnabrück 1966. Konrad Maurer: Vorlesungen über Altnordische Rechtsgeschichte Bd. V. Axel Paul: Die Rache und das Rätsel der Gabe. In: Leviathan, 2005, H. 2, S. 240–256 (soziologische Analyse). Jean Procopé: Art. Haß. In: Reallexikon für Antike und Christentum. Bd. 13. Stuttgart 1986, Sp. 677–714. Ursula Richter: Die Rache der Frauen, Formen weiblicher Selbstbehauptung. Kreuz Verlag, Stuttgart 1991, ISBN 3-7831-1114-5. Philipp Ruch: Ehre und Rache. Eine Gefühlsgeschichte des antiken Rechts. Campus Verlag, Frankfurt/New York 2017, ISBN 978-3-593-50720-0. Philipp Ruch: Rachedesign. Vom äußeren Fremdzwang zum inneren Gefühl. In: Milev, Yana (Hrsg.): Design Kulturen. Der erweiterte Designbegriff im Entwurfsfeld der Kulturwissenschaft, München 2013, ISBN 978-3-7705-5534-5, S. 113–126. Daniel M Segesser: Recht statt Rache oder Rache durch Recht? Die Ahndung von Kriegsverbrechen in der internationalen fachwissenschaftlichen Debatte 1872–1945. Schöningh, Paderborn 2007, ISBN 978-3-506-76399-0 (= Krieg in der Geschichte, Band 38, zugleich Habilitationsschrift an der Universität Bern 2006). Wolfgang Speyer: Art. Fluch. In: Reallexikon für Antike und Christentum. Bd. 7. Hiersemann, Stuttgart 1969, Sp. 1160–1288. ISBN 978-3-7772-5006-9. Wilhelm Eduard Wilda: Das Strafrecht der Germanen. Halle 1842. Unterhaltungsliteratur Punisher, John: Das Schwarzbuch der Rache, 2004 (Rachegeschichten) Film Der südkoreanische Filmregisseur Park Chan-wook widmete dem Thema seine sogenannte Rache-Trilogie: Sympathy for Mr. Vengeance, Oldboy und Lady Vengeance Die dänische Regisseurin Susanne Bier schuf mit „In einer besseren Welt“, Originaltitel „Hævnen“ (‚Rache‘), eine filmdramatische Reflexion über die Dialektik von Rache und Verzeihung. In Spielfilmen des Genres Rape-and-Revenge erleidet eine weibliche Hauptfigur tiefe Demütigung durch eine Vergewaltigung. Die Protagonistin übt daraufhin blutige Rache an ihren Peinigern. Einzelnachweise Kluge: Etymologisches Wörterbuch der deutschen Sprache. Kaufmann Sp. 126. Ruch (2017) S. 229 ff. Ruch (2017) S. 310 ff. Ruch (2017) S. 276. Grimm Bd. 14 Sp. 14. Speyer S. 1167. Zu den Rechtsfolgen bei Racheverweigerung im frühgriechischen Recht: Ruch S. 314 ff. Beck S. 47. Ruch (2017) S. 253 ff. Ruch (2017) S. 287 ff.; 304 ff. Ruch (2017) S. 299 ff. Ruch (2017) S. 300 ff. Gehrke (2001) Sp. 746. Aristoteles, Rhetorica ad Alexandrum 1422a 36 ff. Xenophon, Memorabilia 2, 6, 35. Gaudemet Sp. 307. Procopé Sp. 683 mit Fundstelle. Ruch (2017) S. 308. Gehrke (2001) Sp. 747 mit weiteren Nachweisen. Gehrke (2001) Sp. 747. Res gestae divi Augusti 2. Ovid, fasti 5, 571–577. Didos Rachegebet gegen Aeneas: Vergil, Aeneis 4, 612; Speyer Sp. 1174. Pausanias 6, 11, 6 f. In diesem Zusammenhang liegt die Bedeutsamkeit der Überlieferung, dass Cäsar zu Füßen einer Büste des Pompejus erdolcht wurde. Maurer S. 52. Maurer S. 56. Beck S. 46; Walter Baetke: Der Begriff der „Unheiligkeit“ im altnordischen Recht. In: Beiträge zur Geschichte der deutschen Sprache und Literatur Bd. 66 (1942. S. 1–54) Wilda S. 164; Maurer S. 59. Maurer S. 60. Maurer S. 63. Jedoch galt es lange noch als vergleichsweise unehrenhaft, „seine Verwandten im Beutel zu tragen“. Nahum 1.2. Speyer, Sp. 1280, mit Nachweisen aus frühchristlichen Texten. Grimm Bd. 14 Sp. 15. Gehrke Sp. 746. Theodor Schaarschmidt: Psychologie der Vergeltung: Rache ist bittersüß. In: spektrum.de. 3. Dezember 2021, abgerufen am 5. Dezember 2021. Rengier, Strafrecht BT II, 10. Auflage, C. H. Beck, München 2009, § 4 Rn. 20. Fischer, StGB-Kommentar, 57. Auflage, C. H. Beck, München 2009, § 211 Rn. 11. Beck S. 45. Über das Pathetische. in: Theoretische Schriften, bei zeno.org – abgerufen am 28. April 2014 Zitiert bei Grimm Bd. 14 Sp. 17. Grimm Bd. 14 Sp. 17. Normdaten (Sachbegriff): GND: 4126467-8 (GND Explorer, lobid, OGND) Kategorien: Handlung und VerhaltenRechtsgeschichte | Soziologie | https://de.wikipedia.org/wiki/Rache | |
| 15 | Regeneration | Regeneration ist die Fähigkeit eines Subjekts, erlittene physische oder psychische Verletzungen durch eigene Aktivität auszugleichen oder zu überwinden. | Unter Regeneration versteht man die Fähigkeit eines Organismus, verloren gegangene Teile zu ersetzen. Pflanzen sind dazu in der Lage, aber auch sehr viele wirbellose Tiere wie verschiedene Nesseltiere, Ascidien, Plattwürmer u. Ä. Das Gros der Wirbeltiere hat die Fähigkeit verloren, Organe und Gewebe zu regenerieren. Amphibien und Fische, wie z. B. die Molche, Axolotl und Zebrafische, sind zum Teil in der Lage, verlorene Gliedmaßen, Augen und auch Teile von inneren Organen zu regenerieren. Auch die Fähigkeit mancher Reptilien wie den Eidechsen, ihren Schwanz an einer Sollbruchstelle durch Muskelkontraktion abzuwerfen und anschließend (in reduzierter Form) wieder nachwachsen zu lassen, ist unter den Wirbeltieren eher selten. | Biologie | Wikipedia / own thoughts | |
| 14 | Gewaltlosigkeit | Gewaltlosigkeit oder Gewaltfreiheit ist ein Prinzip, das Gewalt ablehnt und zu überwinden sucht. | Gewaltlosigkeit oder Gewaltfreiheit ist ein Prinzip, das Gewalt ablehnt und zu überwinden sucht. Terminologisch wird zwischen gewaltlos (situativer Gewaltverzicht) und gewaltfrei (prinzipieller Gewaltverzicht) unterschieden. Mahatma Gandhi sprach von der situationsbezogenen, taktischen „Gewaltlosigkeit der Schwachen“ und der prinzipiellen „Gewaltlosigkeit der Starken“, die für ihn mit der „Kraft der Wahrheit (Satyagraha)“ verbunden war.[1] Gewaltfreie Theoriebildung, verbunden mit direkten Aktionen, z. B. Streik, Kriegsdienstverweigerung und Generalstreik gegen Krieg (u. a.) gab es ab ca. 1890 in der internationalen Arbeiterbewegung.[2] Der Begriff „gewaltfrei“ wurde in Deutschland zuerst 1951 von Nikolaus Koch verwendet (s. u.) und verbreitete sich später durch die Publikationen des Politikwissenschaftlers Theodor Ebert Ende der 1960er / Anfang der 1970er Jahre. Anfang der 1970er bis Ende der 1990er Jahre strebte in Deutschland die Graswurzelbewegung eine gewaltfreie Revolution[3], im Sinne einer tiefgreifenden gesellschaftlichen Umwälzung, „in der durch Macht von unten alle Formen von Gewalt und Herrschaft abgeschafft werden sollen“[4] an. Günther Gugel definierte Gewaltfreiheit 1983 als: „ein Lebensprinzip, das Gewalt und Gewaltanwendung im privaten Raum und im gesellschaftlichen Bereich ablehnt und bekämpft. Gewaltfreiheit umfasst dabei alle Lebensbereiche: Das Verhältnis zum Mitmenschen, zur Natur, zur Gesellschaft und auch die Einstellung zu sich selbst.“[5] Gene Sharp unterscheidet 198 Methoden der Gewaltfreien Aktion.[6][7] Gewaltfreiheit folgt der Überzeugung, dass Gewalt oder deren Androhung Probleme nicht lösen, Ungerechtigkeit und Unterdrückung nicht beseitigen kann. Gewaltlosigkeit ist nicht Wehrlosigkeit, Passivität und Tatenlosigkeit. Konflikte sollen nicht vermieden, sondern durch gewaltfreien Widerstand geregelt werden. Wesentliches Element der Erziehung zur Gewaltfreiheit ist ferner das Erlernen von Methoden der Konfliktbearbeitung. Religionen Gewaltlosigkeit wurde bereits von einigen Religionsstiftern des Altertums gefordert, beispielsweise von Siddhartha Gautama, Mahavira und Jesus von Nazaret. In der Neuzeit gilt der Inder Mahatma Gandhi als „Apostel der Gewaltlosigkeit“ und Pazifist schlechthin. Bei Gandhi hatte der Begriff der Gewaltlosigkeit aber eine andere Bedeutung, als man ihn heutzutage in Rückbezug auf Gandhi versteht. Ihm ging es um das Prinzip des Satyagraha, übersetzbar mit dem Begriff „Gütekraft“, d. h. Festhalten an der Kraft der Wahrheit und der Liebe. Diese Kraft könne jeder einzelne besitzen und benutzen. Gandhis Idee ist: „Jede und jeder soll unabhängig davon, was irgendeine andere Person tut, damit beginnen gut zu sein; dann wird die Güte des einen zurückgestrahlt im andern.“ Begründend schreibt er: „Die Grundbedeutung von Gewaltfreiheit ist Festhalten an der Wahrheit, Kraft der Wahrheit (Satyagraha). […] Bei der Anwendung von Gewaltfreiheit entdeckte ich schon sehr früh, dass die Wahrheitssuche es nicht erlaubt, dem Gegner Gewalt anzutun. Er muss vielmehr durch Geduld und Mitgefühl von seinem Irrtum abgebracht werden.“ Oft wird in diesem Zusammenhang auch der Begriff ahimsa gebraucht, der aus den Upanishaden stammt und von Gandhi aufgegriffen wurde. Ahimsa umfasst mehr als nur gewaltlosen Widerstand oder gewaltfreie Aktion. Ahimsa bezeichnet eine Lebens- und Geisteshaltung, die grundsätzlich eine Schädigung und Verletzung von Lebewesen aller Art vermeidet. Dazu gehören nach Gandhi auch negative Gedanken, Lüge, Hass und übermäßige Eile. Durch Leidensfähigkeit, Geduld und andauerndes Bemühen lernt der Mensch mit sich selbst und anderen in Frieden zu leben. In der jüdischen Religion gibt es Begründungen für Gewaltlosigkeit mit Martin Buber in Israel. Humanismus Gewaltlosigkeit ist seit der griechischen Antike Thema im Humanismus, insbesondere im weltlichen Humanismus. Die griechische Polis verstand sich ausdrücklich als eine Gesellschaftsverfassung, die nicht auf Gewalt basierte. Sie hatte den Anspruch, dass der Mensch mündig sei zur Selbstregierung, Selbstbestimmung und Autonomie – zu beachten ist, dass dies nur für Bürger der Polis und beispielsweise nicht für Sklaven galt. Daran ausgerichtet war das politische Handeln eine ständige Bildungsaufgabe. Gewaltlosigkeit im weltlichen Humanismus beruft sich u. a. auch auf Menschenrechte und Menschenwürde und die Ziel-Mittel-Korrelation. Das bedeutet, dass das Handeln an dem Ziel ausgerichtet sein sollte. Im Handeln und den tagespolitischen Forderungen soll das Ziel erkennbar sein. In der Erziehung in westlichen Staaten kam es zu einer weitgehenden Abkehr von Gewalt in der Erziehung. Ihren Niederschlag fand diese Entwicklung auch in der Gesetzgebung, so auch in Deutschland im Gesetz zur Ächtung von Gewalt in der Erziehung vom 2. November 2000. In der Neuzeit haben Wissenschaftler auch die ethischen Prinzipien untersucht, die die Praxis der Gewaltlosigkeit unterstützen. Der Philosoph Robert L. Holmes argumentiert, dass die mit der Kriegsführung im Allgemeinen verbundene Gewalt im modernen Zeitalter der Atomwaffen niemals moralisch zulässig sei. Holmes argumentiert weiter, dass die "Theorien des gerechten Krieges" keine ausreichenden Rechtfertigungen für die Führung von Kriegen in der Neuzeit böten und dass Kriege wirksamer gemildert und gelöst werden könnten, indem man vier Prinzipien verwende, die in einer Philosophie des "säkularen Pazifismus" und des „moralischen Personalismus“ enthalten seien.[8][9] Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung Sogenannte Kampfmaßnahmen in der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung waren in der Regel gewaltloses Handeln, z. B. bei Streiks, Betriebsbesetzungen und anderen direkten Aktionen. Der Friedensforscher Gernot Jochheim hat in seiner wissenschaftlichen Studie[10] über die Entwicklung der Gewaltfreiheitstheorie in der europäischen antimilitaristischen und sozialistischen Bewegung 1890–1940 hingewiesen. Theorien der Gewaltlosigkeit gab es in diesem gesellschaftlichen Spektrum verbunden mit Gewaltkritik in den gesellschaftlichen Konflikten. Das waren Bewegungen, die sich als Anarcho-Syndikalisten, revolutionäre Unionisten und Rätekommunisten bezeichneten (z. B. Rudolf Rocker, Henriette Roland Holst, Anton Pannekoek und andere). Gedenktage Der Eröffnungstag der ordentlichen Tagung der UNO-Generalversammlung wurde seit 1981 offiziell als Internationaler Friedenstag gefeiert. Am 7. September 2001 beschloss die Generalversammlung in ihrer Resolution 55/282, den Weltfriedenstag jedes Jahr am 21. September als einen „Tag der Gewaltlosigkeit“ und der weltweiten Waffenruhe zu würdigen. Seit 2007 wird am 2. Oktober, dem Geburtstag Mahatma Gandhis, der Internationale Tag der Gewaltlosigkeit als ein Gedenktag der Vereinten Nationen begangen. Dieses Datum ist eine Aufforderung an alle Nationen und Menschen, jegliche Feindseligkeiten an diesem Tag einzustellen. Auch die Waffen sollten an diesem Tag niedergelegt werden, um ohne Angst vor unmittelbarer Zerstörung humanitäre Hilfe leisten, Zivilisten aus umkämpften Gebieten bringen und Schutzräume errichten zu können. Andere Vorschläge für den „Tag der Gewaltlosigkeit“ sind z. B. der 9. Oktober. An diesem Tag gelang es 1989 den Leipzigern mit einer friedlichen Massendemonstration erstmals, die SED-Machthaber an der Gewaltanwendung zu hindern. Literatur Günther Gugel: Wir werden nicht weichen. Erfahrungen mit Gewaltfreiheit. Eine praxisorientierte Einführung. 3. Auflage. Institut für Friedenspädagogik, Tübingen 2003, ISBN 3-922833-97-7 (mit Bibliographie). Günther Gugel: Gewaltfreiheit ein Lebensprinzip. 2. Auflage. Institut für Friedenspädagogik, Tübingen 1983, ISBN 3-922833-27-6. Nikolaus Koch: Die moderne Revolution – Gedanken zur gewaltfreien Selbsthilfe des deutschen Volkes. Die Mirne, Tübingen 1951. Wolfram Beyer: Gewaltfreiheit. Die gewaltfreie Fraktion im Pazifismus und Antimilitarismus. In: ders. Pazifismus und Antimilitarismus. Eine Einführung in die Ideengeschichte. Stuttgart 2012, S. 97ff. ISBN 3896576666 Marshall B. Rosenberg: Gewaltfreie Kommunikation. Eine Sprache des Lebens. ISBN 978-3-87387-454-1. Gene Sharp Von der Diktatur zur Demokratie – Ein Leitfaden für die Befreiung. Das Lehrbuch zum gewaltlosen Sturz von Diktaturen, Beck, München 2008. ISBN 340667156X Konrad Tempel Anstiftung zur Gewaltfreiheit. Über Wege einer achtsamen Praxis und Spiritualität, Aphorisma, Berlin 2008, ISBN 978-3-86575-005-1. Stefanie A. Wahl / Stefan Silber / Thomas Nauerth (Hg.): Gewaltfreie Zukunft? Gewaltfreiheit konkret! Ethische und theologische Impulse. Dokumentation des pax christi-Kongresses 2019 (Forum Sozialethik 23), Münster: Aschendorff 2021 Weblinks Wikiquote: Gewaltlosigkeit – Zitate Digital Library of Nonviolant Resistance Grundlagen Gewaltfreiheit Nonviolent Resistance Einzelnachweise Gugel: Gewaltfreiheit, S. 3 Gernot Jochheim: Antimilitarismus und Gewaltfreiheit, in: 100 Jahre War Resisters’ International - Widerstand gegen den Krieg, Beiträge zur Geschichte des gewaltfreien Antimilitarismus und Pazifismus. Herausgegeben von Wolfram Beyer, IDK-Verlag Berlin 2021, ISBN 978-3-939045-44-1, S. 11–19 Howard Clark: Gewaltfreiheit und Revolution. Wege zur fundamentalen Veränderung der Gesellschaft. Verlag Internationale der Kriegsdienstgegner/innen, IDK, Berlin 2014. Föderation Gewaltfreier Aktionsgruppen: Vernetzung gewaltfrei-anarchistischer AktivistInnen (= Erich-Mühsam-Gesellschaft e. V., Lübeck und Gustav-Heinemann-Bildungsstätte, Malente [Hrsg.]: Schriften der Erich-Mühsam-Gesellschaft. Heft 4, Anlässlich der Verleihung des Erich-Mühsam-Preises 1993). 1993, ISSN 0940-8975, S. 7 (divergences.be [PDF]). Gugel: Gewaltfreiheit, S. 3 Gene Sharp: "198 Methods of Nonviolent Action", Arbeitsblatt der Albert Einstein Institution, Boston Digital Library of Nonviolant Resistance Von der Diktatur zur Demokratie – Ein Leitfaden für die Befreiung. Das Lehrbuch zum gewaltlosen Sturz von Diktaturen, Beck, München 2008, S. 101 Diana T. Meyers: Reviewed work: On War and Morality, Robert L. Holmes. In: The Philosophical Review. 101. Jahrgang, Nr. 2, 1992, S. 481–484, doi:10.2307/2185583, JSTOR:2185583 (englisch). Stephen R. Rock: Reviewed work: On War and Morality, Robert L. Holmes; Paths to Peace: Exploring the Feasibility of Sustainable Peace, Richard Smoke, Willis Harman. In: The American Political Science Review. 83. Jahrgang, Nr. 4, 1989, S. 1447–1448, doi:10.2307/1961738, JSTOR:1961738 (englisch). Steven Lee: Reviewed work: On War and Morality., Robert L. Holmes. In: Noûs. 26. Jahrgang, Nr. 4, 1992, S. 559–562, doi:10.2307/2216042, JSTOR:2216042 (englisch). Pacifism: A Philosophy of Nonviolence. Holmes, Robert L. Bloomsbury, London, 2017 SS.265-266, "Notre Dame Philosophical Reviews - Pacifism A Philosophy of Nonviolence" , Robert L. Holmes. Buchrezension präsentiert von Cheyney Ryan, Universität Oxford 2017.06.07 archiviert an der Universität Notre Dame University an ndpr.nd.edu (englisch) Gernot Jochheim: Antimilitarismus und Gewaltfreiheit. Die niederländische Diskussionen in der internationalen anarchistischen und sozialistischen Bewegung 1890-1940. Hrsg. Wolfram Beyer, Verlag Graswurzelrevolution, Heidelberg 2021, ISBN 978-3-939045-44-1 | Philosophie | Wikipedia | |
| 13 | Skeptizismus | Skeptizismus ist die Gestimmtheit eines Subjektes, das Nichts für bewiesen oder gegeben hinnimmt, sondern den grundsätzlichen Zweifel an Allem an erste Stelle stellt. | Skeptizismus heißt auch: Jeder kann sich irren, vor allem ich selbst. | Philosophie | Eigene Gedanken | |
| 12 | Furchtbarkeit | Furchtbarkeit | Furchtbarkeit ist die Eigenschaft eines Subjekts, das bei Anderen eine Reaktion von Angst, Schrecken und allgemein eher unangenehmen Gefühlen erzeugt. | Philosophie | Eigene Lebenserfahrung | |
| 11 | Fruchtbarkeit | Fruchtbarkeit ist die Fähigkeit von Dingen, etwas neues hervorzubringen oder zu beeinflussen. | Fruchtbarkeit | Philosophie | fruchtbarkeit | |
| 10 | Melancholie | bezeichnet einen durch Schwermut und Tiefsinn, dem Verlust an Selbstvertrauen und dem Mangel an Tatkraft geprägten seelischen Zustand. Der Begriff der M. ist abgeleitet von griech. melancholía (Schwarzgalligkeit), mit dem die antike Medizin seit dem 5. Jh. v. Chr. einen physiologischen Zustand beschreibt, der durch ein Übermaß an »schwarzer Galle« gekennzeichnet sei. | Melancholie bezeichnet einen durch Schwermut und Tiefsinn, dem Verlust an Selbstvertrauen und dem Mangel an Tatkraft geprägten seelischen Zustand. Der Begriff der M. ist abgeleitet von griech. melancholía (Schwarzgalligkeit), mit dem die antike Medizin seit dem 5. Jh. v. Chr. einen physiologischen Zustand beschreibt, der durch ein Übermaß an »schwarzer Galle« gekennzeichnet sei. Diese Diagnose gehört in den Zusammenhang der hippokratischen Humoralpathologie, die als Ursache von Krankheiten ein falsches Verhältnis der vier Säfte des menschlichen Körpers (lat. humores) ansieht, zu denen neben schwarzer Galle (griech. melaina chole), die gelbe Galle (griech. chole), Blut (griech. haima, lat. sanguis) und Schleim (griech. phlegma) gehören. Von dem griechischen Arzt Galen wird diese Auffassung im 2. Jh. in Zusammenhang mit der Lehre von den vier Temperamenten gebracht, die nicht mehr bloß Krisen, sondern grundsätzliche Konstitutionen beschreiben: der lebhafte Sanguiniker, der aufbrausende Choleriker, der schwerfällige Phlegmatiker und der trübsinnige Melancholiker; die Spätantike ordnet der M. als Lebensalter die Reife, als Jahreszeit den Herbst, als Element die Erde, als Qualitäten Kälte und Trockenheit sowie (seit dem MA.) als Planet den Saturn zu. Die M. erfährt aber auch bereits bei Theophrast (im 3. Jh. v. Chr.) eine nachhaltige Aufwertung, wenn er behauptet, alle genialen Politiker, Poeten oder Philosophen seien Melancholiker gewesen; M. habe als Manie (Enthusiasmus) oder Depression einerseits und als Voraussetzung außergewöhnlicher kreativer oder intellektueller Leistungen andererseits eine ambivalente Erscheinung. Diese Einschätzung der M. ist auch in der Neuzeit wirksam geblieben, während das christliche MA. die M. moralisch verwirft und den morbus melancholicus zur Todsünde der Trägheit (lat. acedia) erklärt; später wird die M. allenfalls noch mit Hypochondrie in Verbindung gebracht. Die bekannteste Darstellung der M. ist Dürers Melencolia I (1514), zum bedeutendsten Werk der neuzeitlichen M.-Reflexion wird Robert Burtons Anatomy of Melancholy (1621). Kant betrachtet M. als eine besondere Empfänglichkeit für das Erhabene, angesichts dessen das Subjekt in »negativer Lust« seiner realen Ohnmacht innewird. Freud definiert M. im Unterschied zur Trauer als »einen dem Bewußtsein entzogenen Objektverlust«, durch den nicht die Welt, sondern das Ich als entleert empfunden werde. Literatur: R. Klibansky/E. Panofsky/F. Saxl: Saturn und Melancholie. Frankfurt 1990 R. Lamprecht: Der Geist der Melancholie. München 1996 H. Tellenbach: Melancholie. Berlin 1961. | Philosophie | https://www.spektrum.de/lexikon/philosophie/melancholie/1290 | |
| 9 | Ausgeglichenheit | Eine auch menschliche Fähigkeit, sich im Einklang mit sich selbst und seiner Umwelt zu fühlen und ohne Lug und Trug ein gerechtes Leben zu genießen. | Weiterführende Infos gibt es unter: https://de.wikipedia.org/wiki/Stimmung_(Psychologie) | Philosophie | David Rieß | |
| 8 | Ewigkeit | Eine nicht menschliche Kategorie, die den Wunsch eines Individuums ausdrückt, von längerer Dauer zu sein, als es diesem ursprünglich möglich ist. | Wahrscheinlich ein feuchter tRaum | Philosophie | David Rieß | |
| 7 | Korruption | Korruption (von lateinisch corruptio ‚Verderbnis, Verdorbenheit, Bestechlichkeit‘) ist der Missbrauch einer Vertrauensstellung. Der Missbrauch beginnt, wenn im Rahmen einer öffentlichen, privaten, wirtschaftlichen oder politischen Verantwortung Vorteile erlangt werden oder erlangt werden sollen. Auftreten kann sie z. B. bei Genehmigungen, Posten- oder Auftragsvergaben, Verträgen oder gesellschaftspolitischen Handlungen. Der Missbrauch besteht darin, Vorteile zu erlangen oder zu gewähren, auf die keine Ansprüche bestehen. Korruption hat vielfache negative Auswirkungen, sowohl finanzielle als auch immaterielle, etwa einen Machtverlust der allgemeinen Bevölkerung gegenüber wenigen mächtigen oder reichen Akteuren und damit einen Mangel an Fairness, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. | Korruption Korruption (von lateinisch corruptio ‚Verderbnis, Verdorbenheit, Bestechlichkeit‘) ist der Missbrauch einer Vertrauensstellung. Der Missbrauch beginnt, wenn im Rahmen einer öffentlichen, privaten, wirtschaftlichen oder politischen Verantwortung Vorteile erlangt werden oder erlangt werden sollen. Auftreten kann sie z. B. bei Genehmigungen, Posten- oder Auftragsvergaben, Verträgen oder gesellschaftspolitischen Handlungen. Der Missbrauch besteht darin, Vorteile zu erlangen oder zu gewähren, auf die keine Ansprüche bestehen. Korruption hat vielfache negative Auswirkungen, sowohl finanzielle als auch immaterielle, etwa einen Machtverlust der allgemeinen Bevölkerung gegenüber wenigen mächtigen oder reichen Akteuren und damit einen Mangel an Fairness, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit. Inhaltsverzeichnis 1 Etymologie 2 Geschichte 3 Definitionen 3.1 Im ökonomischen Sinne 3.2 Nach deutschem Recht 3.3 Deutsches Bundeskriminalamt 3.4 Transparency International 4 Situation in der EU 4.1 Situation in Deutschland 4.2 Situation in Österreich 4.3 Situation in Rumänien 5 Situation in weiteren Staaten 6 Auswirkungen 6.1 Globale Schadenssumme 7 Korruption als ökonomisches Entscheidungsproblem 8 Bekämpfung 8.1 Allgemeines 8.2 Maßnahmen 8.3 Ursachen und Korrelation 8.4 Probleme 8.5 Internationale Übereinkommen 8.6 Internationale Organisationen 9 Siehe auch 10 Literatur 11 Weblinks 12 Einzelnachweise Etymologie Im Deutschen erscheint im 15. Jahrhundert zunächst die Form korrupt als Lehnform des lateinischen Adjektivs corruptus, wobei hier zunächst nicht die Bedeutung „bestechlich“, sondern vielmehr die allgemeinere Bedeutung „verderbt“ gemeint ist. Das Wort korrumpiert wird teilweise auch heute noch in diesem Sinne verwendet. Das Substantiv Korruption, von lateinisch corruptio, folgt erst im 17. Jahrhundert.[1] Geschichte | Soziologie | https://de.wikipedia.org/wiki/Korruption | |
| 6 | Judith N. Shklar | Judith Nisse Shklar (geboren 24. September 1928 in Riga, Lettland als Judita Nisse; gestorben 17. September 1992 in Cambridge, Massachusetts) war eine jüdisch-amerikanische Politologin und Professorin an der Harvard-Universität. 123 | Shklar ist historisch als Ideengeschichtlerin und systematisch als eine der wichtigsten Theoretikerinnen des Liberalismus hervorgetreten.[3] Ihr historisches Interesse bezog sich vor allem auf die europäische Aufklärung (Montesquieu, Rousseau) und auf die amerikanische Staatstheorie seit der Frühphase der Republik. Nach einer ersten Übertragung von Faces of Injustice als Über Ungerechtigkeit durch Christina Goldmann im Jahr 1992 hat sich seit 2013 Hannes Bajohr als Übersetzer von Shklars Werk hervorgetan, wobei er einige Essaybände zusammenstellte, die so nicht im Englischen existieren. | Soziologie | https://de.m.wikipedia.org/wiki/Judith_N._Shklar | |
| 5 | Horen (Mythologie) | Die Horen (altgriechisch ῟Ωραι Hōrai „die Zeiten, die Jahreszeiten“, latinisiert Horae) sind in der griechischen Mythologie die Göttinnen, die das geregelte Leben überwachen. Sie sollen an einem Webstuhl das Leben eines Menschen bestimmt und gewebt haben. Das griechische Wort hōra bedeutet „Zeit“ oder „Zeitabschnitt“; es kann ein Jahr, eine Jahreszeit, eine Tageszeit oder eine Stunde bezeichnen. Sie sind als Töchter des Zeus und der Themis Göttinnen der griechischen Mythologie. Sie wachen wohlgesinnt über das Menschenwerk und bewachen – wie Homer in der Ilias berichtet – die Himmelstore, indem sie das dichte Gewölk unter Donnerdröhnen weg- oder vorschieben. Ihre Namen wechseln je nach Quelle. | Horen (Mythologie) Die Horen (altgriechisch ῟Ωραι Hōrai „die Zeiten, die Jahreszeiten“, latinisiert Horae) sind in der griechischen Mythologie die Göttinnen, die das geregelte Leben überwachen. Sie sollen an einem Webstuhl das Leben eines Menschen bestimmt und gewebt haben. Das griechische Wort hōra bedeutet „Zeit“ oder „Zeitabschnitt“; es kann ein Jahr, eine Jahreszeit, eine Tageszeit oder eine Stunde bezeichnen. Sie sind als Töchter des Zeus und der Themis Göttinnen der griechischen Mythologie. Sie wachen wohlgesinnt über das Menschenwerk und bewachen – wie Homer in der Ilias berichtet – die Himmelstore, indem sie das dichte Gewölk unter Donnerdröhnen weg- oder vorschieben. Ihre Namen wechseln je nach Quelle. Inhaltsverzeichnis 1 Erste Generation 2 Zweite Generation 3 Dritte Generation 4 Die 12 Stunden 5 Literatur 6 Weblinks Erste Generation Im Attischen bestanden sie aus Thallo, Auxo und Karpo, die Göttinnen der (drei) Jahreszeiten waren. (Die Griechen unterschieden damals nur Frühling, Sommer und Winter.) In der Kunst wurden sie gewöhnlich als junge, attraktive Frauen porträtiert, umgeben von bunten Blumen und üppiger Vegetation oder anderen Symbolen der Fruchtbarkeit. Sie wurden vor allem unter der Landbevölkerung Griechenlands verehrt. In ältester Zeit sind die Horen Gottheiten des himmlischen Wolkenwassers. Deshalb werden ihnen später taufeuchte Gewänder zugeschrieben, auch besitzen sie einen Brunnen (das Wolkenwasser), in dem sie baden können. Ihnen verdankt die Erde ihren bunten Frühlingsschmuck und so tragen sie selbst auch blumige Kleider. Sie werden – wie die ihnen nahestehenden Chariten – auch als Frühlingsgöttinnen verehrt. Aus der regelmäßigen Folge ihrer Gaben und damit der Jahreszeiten ergibt sich ihre Bedeutung als Göttinnen des Zeitenwechsels. Thallo (Thalatte, griechisch für „Blühen“) war die Göttin des Frühlings, der Knospen und Blüten, die Blütenbringerin und Schützerin der Jugend. Auxo (Auxesia, griechisch für „Wachstum“). Carpo (Karpo, Xarpo, griechisch für „Früchte“) regierte über den Sommer, das Reifen und Ernten. Sie schützte die Wege zum Berg Olymp und hinterließ die Wolken, die sein Haupt umgaben, wenn einer der Götter ihn verließ. Sie war Dienerin von Persephone, Aphrodite und Hera. Sie verkehrte auch mit Dionysus, Apollo und Pan. Zweite Generation Die zweite Generation in Hesiods Theogonie bestand aus Eunomia, Dike und Eirene, die Göttinnen von Recht und Ordnung waren und die Stabilität der Gesellschaft aufrechterhielten. Sie wurden vor allem in den Städten Athen, Argos und Olympia verehrt. Dike (griechisch für „Gerechtigkeit“) war die Göttin der moralischen Gerechtigkeit. Sie herrschte über die menschliche Justiz. Sie war sterblich geboren und von Zeus auf die Erde gesandt, um die Menschheit gerecht zu halten. Zeus lernte schnell, dass dies unmöglich ist, und holte sie zu sich in den Olymp. Später wurde sie zu einem Sternbild erhöht. Eunomia (griechisch für „gute Ordnung“) war die Göttin von Gesetz und Gesetzgebung. Sie (oder eine andere, gleichnamige Göttin) wird auch als Tochter von Hermes und Aphrodite erwähnt. Eirene oder Irene (griechisch für „Frieden“, lateinisch Pax) war die Personifizierung von Frieden und Wohlstand und wurde als schöne junge Frau mit dem Horn des Überflusses, einem Zepter und einer Fackel oder einem Rhyton dargestellt. Dritte Generation Nur einige Autoren nennen eine dritte Generation von Horen: Pherusa oder Pherousa, Göttin der Materie und der Höfe Euporia (oder Euporie), Göttin des Überflusses Orthosie (Göttin des Wohlstandes) Die 12 Stunden Schließlich sind da die 12 (ursprünglich nur 10) Stunden, Schutzgöttinnen der verschiedenen Tageszeiten. Die römischen Stunden wurden von kurz vor Sonnenaufgang bis kurz nach Sonnenuntergang gezählt: Auge, erstes Licht Anatole oder Anatolia, Sonnenaufgang Mousika oder Musica, die Morgenstunde der Musik und des Studiums, nicht zu verwechseln mit den Musen Gymnastika, Gymnastica oder Gymnasia, die Morgenstunde der körperlichen Übung im Gymnasion Nymphe, die Stunde der morgendlichen Reinigung Mesembria, Mittag Sponde, die Trankopfer, die nach dem Mittagessen vergossen wurden Elete, Gebet, die erste der nachmittäglichen Arbeitsstunden Akte, Acte oder Cypris, Essen und Vergnügen, die zweite der nachmittäglichen Arbeitsstunden Hesperis, Abend Dysis, Sonnenuntergang Arktos, letztes Licht Als Jahreszeiten darstellende Gestalten werden vier Gruppen von Horen unterschieden: Erinen des Frühlings Xanthen des Sommers Oporinen des Herbstes Cheimerien des Winters | Philosophie | https://de.wikipedia.org/wiki/Horen_(Mythologie) | |
| 4 | Moksha | Moksha (Sanskrit मोक्ष mokṣa m.) oder Mukti bedeutet im Vedanta Erlösung oder Befreiung, Ausbrechen aus dem Kreislauf der Wiedergeburten (samsara). Moksha ist in diesem Verständnis das letzte der vier Lebensziele (purushartha). Die anderen sind Wohlstand (artha), Religion, Gesetz oder Ordnung (dharma), Lust oder Leidenschaft (kama). Diese religiöse Idee eines höchsten Heilsziels gibt es in brahmanischen bzw. vedischen Strömungen des Hinduismus. Vergleichbare Ideale finden sich aber auch in anderen Sanskrit-beeinflussten Strömungen, so z. B. in Teilen des Buddhismus, Jainismus und Sikhismus. Verwandte oder synonym verwendete Begriffe sind Nirwana im Buddhismus und Kaivalya. | Beschreibung Moksha beinhaltet die Befreiung aus der Kette von Geburt, Tod und Wiedergeburt (samsara) und stellt das letzte Ziel des menschlichen Lebens dar. Zwar gibt es auch im Hinduismus eine Vorstellung vom ‚Himmel‘, den eine Person mit gutem Karma nach dem Tod des Körpers genießen kann, dieser ist jedoch nur vorübergehend. Auch beschreiben die Mythen verschiedene ‚Höllen‘ für Übeltäter, aber die meisten Hindus gehen nicht davon aus, dass jede noch so schwere Verfehlung ewige Wirkung haben könnte. Das Individuum kommt unweigerlich auf die Erde zurück und der Kreislauf von Geburt zu Geburt geht weiter, bis zur endgültigen Erlösung. Dieser Kreislauf (samsara) oder die relative Existenz in der materiellen Welt, wird dabei meist als negativ bewertet, als eine Art von Gefängnis, Illusion, als etwas, an das man gefesselt ist. Moksha bezeichnet die Befreiung aus dieser Bindung. Der Hinduismus meint damit die Befreiung der Seele und ebenso wie im Jainismus, Sikhismus und Buddhismus eine Befreiung vom Ich-Gedanken oder Ego, nach der man einen Dualismus aus Individualität und Nicht-Individualität erleben soll („ich bin, während ich gleichzeitig nicht bin“). Erleuchtung ist auch immer mit Erkenntnis verbunden, die sich auf die Natur dieser Bindung bezieht. In der hinduistischen Advaita-Vedanta-Philosophie ist es die Erkenntnis, die Welt sei eine Illusion, auch das eigene Ich sei eine Illusion und seiner Natur nach identisch mit dem formlosen Göttlichen, dem brahman. In den Upanishaden wird die Seele allerdings dennoch als individuell beschrieben, da sie als Teil des Paramatman, der absoluten Überseele existiert. Die Befreiung vom Ich-Gedanken ist also lediglich die Befreiung von der, durch die materielle Energie (maya) verursachten, Illusion über das wahre absolute Selbst. Ein Problem mit dem Begriff Moksha ist, dass es sich seiner Natur nach um ein Phänomen jenseits des menschlichen Verstandes handelt, also gerade dadurch definiert ist, dass es über ihn hinausgeht. Deshalb sind Beschreibungen der Erleuchtung oft paradox und sind ähnlich wie der Gottesbegriff jenseits rationaler Erklärungen. Ein Großteil der hinduistischen Schriften über Moksha beschäftigt sich mit der Verneinung oder Auflösung mentaler religiöser Konzepte oder Vorstellungen (Ribhu Gita, Ashtavakra Gita, Avadhuta Gita). Viele Traditionen beschreiben Erleuchtung als einen Zustand der Losgelöstheit, d. h. vom ‚Ich‘ und der Anhaftung an die Welt befreit. Dieser Zustand wird auch als Sackski (Zeugenbewusstsein) bezeichnet. Für einige bedeutet dieser Zustand des Zeugeseins jedoch nur den Anfang, da er noch ein Zustand der Dualität ist. Am Ende jedoch steht demnach die völlige Einheit der Welt im brahman, dem höchsten, formlosen Sein. Der buddhistische Satz aus dem Mahayana „Nirvana ist Samsara“ könnte in die gleiche Richtung deuten. Naturgemäß führt ein solcher Ansatz zu einer weniger negativen Bewertung der Welt, da sie ja als eins und identisch mit Brahman oder Nirvana gesehen wird. Für die Anhänger des Advaita-Vedanta kann Moksha nur während des menschlichen Lebens erreicht werden, nicht nach dem Tode. Es heißt, dass zu diesem letzten Ziel selbst die Devas, die Himmlischen, erst als Mensch geboren werden müssten, da nur im menschlichen Leben Erlösung erreicht werden kann. Ihr Dasein im ‚himmlischen‘ Zustand ist nicht unendlich. Die Person, die während des Lebens vollkommene Erlösung erfährt, nennt man Jivan Mukta (Jivan = Seele, Mukti = Befreiung). Andere dagegen, besonders Gläubige in dualistischen Bhakti-Traditionen, nehmen an, dass man erst nach dem Tod durch Gottes Gnade Moksha erfahren kann. Diese endgültige Erleuchtung nach dem Tode wird als Videha Mukti bezeichnet. Wenn temporäre Erleuchtungserlebnisse gemeint sind, ist meist von Samadhi die Rede. Sahaja Samadhi, der natürliche Samadhi, ist jedoch identisch mit Jivan Mukti. | https://de.wikipedia.org/wiki/Moksha | ||
| 3 | Intuition | Intuition ist die Fähigkeit eines Subjekts, durch das nahezu Einswerden mit einem anderen Objekt, das eigentliche Wesen dessen zu erkennen. | Henri Bergson - Einführung in die Metaphysik | Philosophie | Henri Bergson | |
| 2 | U.S. locks in $6.6 billion grant to Taiwanese chipmaker | The new Arizona factories of Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. are expected to create thousands of jobs. | The new Arizona factories of Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. are expected to create thousands of jobs. | Wirtschaft | https://www.washingtonpost.com/technology/2024/11/15/tsmc-chips-phoenix/ | |
| 1 | Zaraθuštra | Bedeutung des Zaraθuštra | Der Name Zaraθuštra bedeutet vermutlich „Besitzer wertvoller Kamele“ (die Deutung des Vordergliedes zarat- als „alt, kostbar, goldfarben“ ist umstritten, das Hinterglied dieser Zusammensetzung wird allgemein mit avestisch -uštra- „Kamel“ identifiziert). Weitere Namensformen sind beispielsweise: mittelpersisch Zarduscht,[7] persisch زَردُشت, DMG Zardošt, auch زَرتُشت, DMG Zartošt, paschtunisch زردښت Zardaxt, kurdisch Zerdeşt, altgriechisch Ζωροάστηρ Zōroástēr / Ζωροάστρης Zōroástrēs. | Philosophie | https://de.wikipedia.org/wiki/Zarathustra |